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Songbird

songbird

Der Songbird Media Player ist ein innovatives Programm, das auf den bekannten Programmen VLC und Mozilla basiert. Songbird unterscheidet sich von anderen Media Playern vor allem dadurch, dass es zahlreiche neuartige Funktionen enthält, und Medien aus dem Internet genauso behandelt, wie die Dateien aus der lokalen Bibliothek. Um es mit einem Zitat von den Entwicklern zu sagen:

“Songbird plays the Media Web.”

Zur Zeit befindet sich das Programm noch in der Entwicklung, ist aber bereits jetzt schon ein ernstzunehmender Konkurrent für iTunes, den Windows Media Player & Co.

Allgemeines:

Songbird wird von einer Gruppe hauptberuflicher Softwareentwickler programmiert, die sich “Pioneers of the Inevitable” nennen. Einige der Entwickler haben an WinAmp und der Yahoo! Music Engine mitgearbeitet.

Songbird ist dennoch Open Source-Software, was so viel bedeutet, dass der Quellcode offen zugänglich ist, und von Programmierern aus aller Welt überprüft und verbessert werden kann. Es ist - ähnlich wie Firefox - durch PlugIns erweiterbar.

Das Programm läuft unter Mac OS X, Windows und Linux und ist somit (fast) universell einsetzbar.

Songbird spielt alle erdenklichen Dateiformate ab - seit der neuesten Version 0.2.5 sogar DRM-geschützte Musik. Dazu bedient sich das Programm eines Tricks, und greift für diese Dateien nicht auf VLC, sondern auf Funktionen von Quicktime und dem Windows Media Player zurück. Naturbedingt funktioniert das ganze nur auf Plattformen, auf denen diese Programme auch nativ laufen. Somit stehen Linux-Anwender leider außen vor, was geschützte Musik angeht. Unter Mac OS X spielt Songbird geschütze AAC-Dateien ab. Im Klartext: Die Songs die man im iTunesStore käuflich erwerben kann.

Die Anforderungen, die Songbird an einen Computer stellt sind moderat. 256 MB Arbeits- und 40-70 MB Festplattenspeicher sollten dann aber schon verfügbar sein.

Songbird als klassischer Media Player:

Songbird macht als klassischer Media Player eine gute Figur. Direkt nach der Installation kann man mehrere Verzeichnisse auf der Festplatte auswählen, die nach Medien durchsucht werden. Ähnlich wie bei iTunes hat man danach eine Bibliothek, die man bequem nach Musik durchforsten kann.
Für ganz faule Menschen gibt es auch die Möglichkeit, direkt die iTunes-Bibliothek zu importieren, ohne einen Ordner zu wählen.

Ansonsten wurde bei Songbird auch an fast alle anderen wichtigen Funktionen gedacht, die man bei einen Media Player erwarten kann.

Die Synchronisierung mit einem iPod ist mit der passenden Erweiterung kein Problem. Unter Windows können mit der passenden Erweiterung wohl auch MP3’s auf beliebige USB-Massenspeicher (also wohl die meisten anderen MP3-Player) kopiert werden, was ich allerdings in Ermangelung eines PCs mit Windows leider nicht selber testen konnte.

Es gibt allerdings auch noch einiges zu tun. So spielt Songbird beispielweise zur Zeit noch keine CD’s ab. Ausserdem gibt es auch leider nicht die Möglichkeit das Cover der jeweiligen Datei einzublenden.

Das besondere an Songbird:

Das alles wäre noch kein Grund Songbird zu empfehlen. Aber wie gesagt: Songbird kann mehr!

Das Internet ist eine fast unerschöpfliche Quelle für Musik. Es gibt tausende Blogs in denen es MP3’s oder Videos zu entdecken gibt. Das Vögelchen ist der ideale Partner, um diese Inhalte komfortabel zu entdecken und abzuspielen.

Songbird basiert nämlich nicht nur auf VLC, sondern auch auf Mozilla. Folglich kann das Programm auch ganz normal als Browser benutzt werden. Immer, wenn man ein MP3-Blog oder eine andere Internetseite besucht, auf denen Medien veröffentlicht worden sind, geht am unteren Bildschirmrand eine Playlist mit allen gefundenen Mediendateien auf. Man kann dann einfach auf “Play” drücken, und schon wird die “Webseite abgespielt”. Das Programm macht keinen Unterschied, ob die Datei lokal oder im Internet vorhanden ist, und so kann nach Belieben vor- und zurückgesprungen werden. Natürlich kann man die Dateien mit einem Mausklick seiner lokalen Bibliothek hinzufügen, und auch das Abonnement eines Musik-Blogs ist nur einen Mausklick entfernt.

Wirklich innovativ ist die Web-Bibliothek die Songbird eingebaut hat. Songbird legt beim Surfen eine Bibliothek mit den Medien aller besuchten Internetseiten an. Diese kann mit dem gleichen Look&Feel wie die normale Bibliothek durchsucht werden.

Es soll ja auch Leute geben, denen keine MP3-Blogs bekannt sind. Für diesen Personenkreis enthält die Startseite von Songbird einige Links zu guten (englischsprachigen) Blogs.

Wer ein bestimmtes MP3 im Internet sucht, den wird freuen, dass Songbird neben Google auch zahlreiche MP3-Suchmaschinen unterstützt.

AddOns für das Vögelchen:

Wie eingangs erwähnt, ist Songbird durch AddOns erweiterbar. Seit einiger Zeit gibt es im Songbirdnest (der offiziellen Seite des Players) auch ein AddOn-Archiv. Dort gibt es bereits jetzt schon einiges zu entdecken.

Das Erstellen eigener AddOns ist (einige JavaScript Kenntnisse vorausgesetzt) nicht weiter schwierig, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Z.B. war das Erstellen eines AddOns, das den Interpret und den Titel an mein Chat-Programm Adium übergibt, kein größeres Problem. Besonders toll finde ich als Apple User, dass es mit dem Apple-Script-Wrapper schon eine fertige Schnittstelle
gibt, um solche Spielereien im Handumdrehen umzusetzen. Wen das ganze interessiert, dem empfehle ich die Growl-Erweiterung, von der ich diese Technik übernommen habe.

Dokumentation:

Songbird ist zur Zeit noch nicht gut dokumentiert. Es ist aber intuitiv zu benutzen, und es gibt auch einige Video-Tutorials und Blogs, die sich mit dem Thema beschäftigen

Fazit:

Songbird ist das vielversprechendste neue Programm, das ich kenne. Es befindet sich zur Zeit noch in der Entwicklung, ist aber durchaus schon sehr gut benutzbar, und hat einen unglaublichen Coolness-Faktor. Es ist Pflicht für alle, die gerne MP3-Blogs besuchen oder Podcasts anhören. Ich würde zur Zeit allerdings nur erfahreneren Benutzern wirklich dazu raten, Songbird zu benutzen. Diese werden aber sicherlich viel Freude am Vögelchen haben.

Ich persönlich habe iTunes den Rücken zugekehrt, und benutze Songbird täglich. Das Programm leistet bereits jetzt mehr.

Geschrieben am 23. Juni 2007 von Red Baron