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Transplantation eines Blogs

Im Moment geistert die Idee des Blogverkaufs durchs Netz, ausgehend von einem gewissen Yannick E., der seinen Blog Blogschrott.net verkaufen möchte. Diese Meldung hat mich sofort stutzig gemacht. Allerdings nicht dieses "Unkonventionell, aber warum eigentlich nicht?!"-stutzig, sondern das unangenehme "Irgendwie verkehrt"-stutzig.

Beim Blogbeutel wird direkt ein interessanter Aspekt angesprochen, der zeigt, warum ein solches Unterfangen äußerst heikel ist: Blogs sind Web 2.0. Und Web 2.0 ist bekanntlich das Mitmach-Netz. So stammt nur ein Teil des Bloginhalts vom Betreiber selbst. Der Rest wurde von den Kommentatoren verfasst, die dabei auch ihre Daten wie Name und Email hinterlassen haben, welche in der Datenbank des Blogs schlummern.

Wem gehören die Kommentare? Darf ein einzelner sie verkaufen?

Der andere Aspekt, auf den ich mit der Überschrift ziele, ist folgender: Im Regelfall wächst ein Blog organisch im Laufe der Zeit und spiegelt sehr stark die Persönlichkeit des Verfassers wieder. Der Blog ist im Prinzip untrennbar mit seinem Betreiber verwachsen, alles was ihn ausmacht, geht vom Betreiber aus.

Entscheidet sich der Betreiber nun den Blog so wie er ist wegzugeben, kommt das einer Transplantation gleich. Und wie jeder weiß, ist es alles andere als sicher, dass das Transplantat vom neuen Besitzer angenommen wird. Ganz im Gegenteil - es ist widernatürlich und in der Medizin nur mit viel Aufwand und starker Medikation zu bewerkstelligen.

Ähnlich wird es bei einem Blog laufen: Alles was diesen lebendig gemacht bleibt beim "Spender" und selbst wenn der "Empfänger" die gleiche Blutgruppe hat - also bspw. thematisch auf dem gleichen Gebiet unterwegs ist -, garantiert das noch lange nicht, dass das "Organ nicht abgestoßen wird und stirbt"

Deshalb meine Prognose: Das wird schief gehen. Und entschuldigt meinen Pessimismus. Ansonsten wird es mir aber ein Vergnügen sein die Sache weiter zu verfolgen.

Geschrieben am 25. August 2008 von Herschel - 6 Kommentare


Pokern ist kein Gesellschaftsspiel

poker

Am Wochenende bin ich in die seltene Verlegenheit gekommen ein paar Runden Poker mit Freunden zu spielen. Dabei ist mir aufgefallen, dass man im Gegensatz zum Skat, einer gepflegten Runde Doppelkopf oder einem ausgelassenen Mau Mau-Spiel, beim Pokern eigentlich gar keine Gelegenheit hat, mit seinen Mitspielern zu quatschen, Bier zu trinken und einen lustigen Abend zu haben.

Denn Poker mag Außenstehenden zwar recht banal vorkommen, ist aber eine komplizierte Sache. Die Kunst besteht nämlich darin, ein konsistentes Spiel über viele Runden aufzubauen, abzuwarten und blitzschnell loszuschlagen, wenn sich eine Gelegenheit bietet. Dafür muss man, mit seiner Schirmmütze tief im Gesicht, den ganzen Abend hinter seiner Sonnenbrille am Tisch sitzen und jede Gefühlsregung unterdrücken.

So etwas ist aber kaum möglich, wenn man ausgelassen mit Menschen an einem Tisch sitzt, mit denen man sich noch etwas zu erzählen hat. Deswegen sind solche Pokerrunden zwar ganz witzig, aber eigentlich keine richtigen Pokerrunden. Andererseits würde ich auch nicht drei Stunden ohne ein Wort zu sagen mit Freunden am Tisch sitzen wollen und einfach nur Karten dreschen.

Übrigens möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich zwar den Abend über nicht wirklich geglänzt habe, aber wenigstens eine Runde für mich entscheiden konnte und einen gewissen Herrn Patrick “Bares” B. kräftig abgezogen habe. Abso-fuckin’-lutely!

(Bild: IMG_6967 von rosswebsdale unter CC-Lizenz)

Geschrieben am 04. August 2008 von Herschel - 2 Kommentare


Dezente Nerdigkeit

Die Phase-5 Kern-WG ist im Uni-Stress. Deswegen habe ich Herschel versprochen, einen Mathe-Witz zu bloggen. In der Hoffnung, dass ich es noch richtig zusammenkriege, bitteschön:

Die Funktion e^x und die Konstante Funktion gehen zusammen im Wald spazieren. In der Ferne sehen sie einen Differentialoperator angelaufen kommen. Sagt die Konstante Funktion: “Hilf mir, wenn der Differentialoperator mir begegnet, dann bin ich weg”. “Kein Problem”, sagt die e^x Funktion, “wir multiplizieren uns, dann passiert dir nichts”. Kurze darauf treffen die beiden nun vereinten mit dem Differentialoperator zusammen. Der Differentialoperator sagt: “Hände hoch, oder ich leit euch ab”. Sagt die e-funktion: “Ätsch ich bin die Konstante-mal-e-hoch-x, du kannst mich mal”. Darauf entgegnet der Operator “Owned, d-nach-dt!”

Es gibt übrigens auch Witze, die Mathe und Sozialarbeit kombinieren:

Kommt ein Vektor zur Drogenberatung: “Hilfe ich bin linear abhängig.”

So Herschel, jetzt möcht ich ‘n Sozialarbeiter-Witz, bitte.

Geschrieben am 10. Juli 2008 von Tadaa - 8 Kommentare


Hervorragende Fehler

Nicht nur Ballack “scheißt Deutschland ins Viertel-Finale”, wie mittlerweile weitgehend bekannt ist.

Irgendwie landete auch mal dieses Zeitungsausschnitt auf meinem Rechner, ich weiß leider nicht mehr von wann er ist und in welcher Zeitung, aber wunderschön. Solche Dinge sind einer der wenigen Gründe, warum es sich neben Horoskop und Kreuzworträtsel noch lohnt, Zeitung zu lesen.

Geschrieben am 07. Juli 2008 von Tadaa - 1 Kommentar


Brave little Toaster

Auch vor Pixar gab es schon hervorragende Zeichentrickfilme. Die waren auch nicht immer so zuckersüß sondern auch richtig evil. So wie “Der tapfere kleine Toaster“.

“Fünf mutige Haushaltsgeräte wollen ihr Herrchen finden”: Der Toaster geht mit seinen Freunden der Heizdecke, der Schreibtischlampe, dem Staubsauger und dem Radio auf die Suche nach seinem ehemaligen Besitzer, der seine alten Sachen bei einem Umzug einfach hat stehen lassen. Dabei erleben sie große Abenteuer mit der Schrottpresse, einem verrückten Elektriker und den neuen Hight-Tech-Geräten (der Film ist von 1987). Und natürlich ist es eigentlich ein hoch-philosophischer Film über die Schnelllebigkeit der Moderne…

Sollte da zufällig jemand noch ne Videokassette von haben, wäre ich sehr dankbar und würde zum Tausch ein Buch “Geranien und Kaffeesatz” anbieten…

Geschrieben am 02. Juli 2008 von Tadaa - 1 Kommentar


BrickArms - Waffen für Lego im Kinderzimmer


Mein werter Kollege jksimpson hat vor ein paar Tagen ja bereits über diesen flickr-Fotografen gebloggt, der historische Geschehen mit Lego-Figuren in Szene setzt und dann abfotografiert.
Mir hat das dermaßen gut gefallen, dass ich mich auf seiner flickr-Seite noch ein wenig umgeschaut habe und auf ein Link zu Lego-Waffen gestoßen bin.

Nun, in meinem jetzigen Alter versuche ich die Dinge zwar zu hinterfragen, doch ist es für jeden Jungen, der früher mit Lego gespielt hat, nachvollziehbar, dass man sich nach solch Zubehör für die kleinen Plastikfigürchen gesehnt hat.
Ich finde die Idee und Umsetzung der kleinen Gewehrchen und Pistölchen aber auch die der Handgranätchen spitze…

Doch sind die Waffen, die äußerst detailreich aus dem gleichen Material, wie das der Lego Figuren, gefertigt werden, meiner Meinung nach, nichts fürs Spielzimmer!

Ein paar Figuren, die es dort auch, bereit für den Lego-Krieg gestylet, zu kaufen gibt, kommen mir nämlich etwas komisch vor. So zum Beispiel den SS-Major komplett mit SS-Runen am Kragen oder der German Army Colonel mit angedeutetem Hakenkreuzadler auf der Brust.

Ich denke, da muss ich weiter nichts zu sagen, warum ich dieses Spielzeug also vom Kinderzimmer bannen würde. Holzgewehre und Pfeil und Bogen reichen genug, um ein bisschen die Fronten zu klären, finde ich…

Geschrieben am 24. Juni 2008 von Jasper. - 1 Kommentar


Versprochen ist Versprochen: Der Fotzen-Diskurs

Vor einiger Zeit habe ich dem Herschel mal in einer Bierlaune versprochen durch halbschmierige Informationen in Form eines Artikels Phase-5 beim Suchwort "Fotze" in der Google-Rangliste nach ganz oben zu schubsen. Nun ja lange hats gedauert, aber nu gehts los. Ich möchte mich aus diesem Grunde einem Wort widmen, das ungern in den Mund genommen wird, obwohl solch falsche Scham eigentlich garnicht nötig wäre.

Es geht um den Begriff Fotze (fälschlich auch gern Votze).

Das Wort Fotze tauchte das erste mal bei Kilian im 7. Jhd auf und hat seit dem einen unbeschreiblichen Siegeszug hinter sich gebracht. Benutzt man Fotze im norddeutschen Raum meistens als Fäkalwort zur Umschreibung des primären weiblichen Geschlechtsorgans, so ist man im süddeutschen Raum beim Wort Fotze wesentlich kreativer, was Herkunft und Gebrauch angeht.

Einerseits gibt es da den Fotzenstecher, welcher heutzutage einen promiskuitiven Mann darstellt, im Mittelalter aber als Futzen- oder Futtenstecher bekannt war und sich mitnichten durch ein umtriebiges Sexualleben auszeichnete. Es handelte sich viel eher um einen Mann, der Hengste zu Wallachen machte, ihnen also eine Futze oder Futt stach.

Hammer oder…? Geht aber noch weiter.

Das Schimpfwort Hundsfott beschreibt im allgemeinen einen Menschen, der fies und gemein ist, ursprünglich aber einen zoophilen Menschen. Fotzenmäßig ist dieser Begriff also eher in der Tierliebhaberszene anzutreffen.

So. Nun aber zu den gesellschaftlich akzeptierten Formen der Futt oder Fotze. Fangen wir an mit dem Fotzenhobel. Dies bezeichnet keinesfalls das männliche Geschlechtsteil, sondern eine Mundharmonika. Und warum? Weil der Bayer an sich eine andere Wurzel für das Wort Fotze heranzieht. Es bezeichnete schlicht und ergreifend die Schnauze eines Tieres, später auch den Mund der Menschen.

So ist es auch für männliche Mitglieder der Gesellschaft nicht unüblich mal beim Fotzenspangler vorbeizuschauen, bezeichnet dieses Wort doch den ehrbaren Beruf des Kieferorthopäden, und nicht, wie man vermuten könnte, einen Gynäkologen. Weniger erfreulich als im norddeutschen Sprachraum ist es für bayrische Jungen, wenn sie vom Vater eine ordentliche Fotze (oder Futt) kriegen. Dies bezeichnet nämlich eine gepfefferte Ohrfeige.

Und zuguterletzt: Hinterfotzig. Dieses Wort bezeichnet einen Menschen, der das eine sagt, aber etwas anderes meint, und das in böser Absicht.

P.S. Wer sich wundert, warum die gute Lady Bitch Ray das Wort Fotze konsequent mit V schreibt, dem sei gesagt, dass sie dies tut, um durch das V in Votze die gespreizten Beine darzustellen, an deren Scheitelpunkt sich das weibliche Geschlechtsteil befindet. (uijuijui, ist die ghettomäßig böse, wa?!)

So, ich hoffe ihr seid jetzt alle ein bisschen schlauer, und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Geschrieben am 19. Juni 2008 von Schlomo - 4 Kommentare


The times, they are a'changin'

Wenn man langsam alt wird, die Neugierde auf Neues einer Angst vor Neuem weicht und man sich überdies noch einen leicht dumpfen Anti-Amerikanismus pflegt, kann es schonmal passieren, dass man solche Sachen schreibt.

Dabei möchte ich gar nicht für Twitter in die Bresche springen, das Thema haben wir zur Genüge durch. Ich möchte auch nicht auf das Problem der mangelnden Sensibilität bezüglich Datenschutz im Web2.0 eingehen. Vielmehr wundert es mich, dass da von "Verkrüppelung der Sprache" gesprochen wird, wo ich eher eine Weiterentwicklung sehe. In Zeiten von Web2.0 und Instant Messaging schreiben Millionen Menschen im Internet, die dieselbe Zeit 20 Jahre früher noch fürs Fernsehen oder 8-Bit-Konsolengedaddele genutzt hätten.

Stattdessen sind sie mehr oder minder kreativ, auf jeden Fall produktiv. Und wie das so ist, hat jeder seine persönlichen Talente. Manche können gut Fußball spielen, andere gut zeichnen, und ein Bruchteil der Millionen Menschen, die sich im Netz schreiberisch betätigen, können das auch. Der Rest holpert mehr oder weniger schön nebenher. Verbieten möchte ich das nicht, und ein Problem sehe ich darin auch nicht.

Außerdem passt sich die Sprache dem jeweiligen Medium an. Das ist kein Verfall oder eine Verkrüppelung, sondern Evolution. Das mag teilweise befremdlich wirken, auch für mich, muss aber deswegen noch lange nichts schlechtes sein. Denn wenn ich aufhöre offen für neue Entwicklungen aus welchem Bereich auch immer zu sein, kann ich mich auch gleich in meinen Ohrensessel setzen, die Lodendecke über die Beine ziehen, mir meine Pfeife bringen lassen, davon schwärmen wie gut die Welt früher noch war/wie schlecht die Welt heute ist, und gemütlich auf den Tod warten.

Geschrieben am 19. Juni 2008 von Herschel - 6 Kommentare


Patri(di)ot

Im Rahmen der Fussball EM fällt Deutschland wieder in den alten, verzeihung, “neuen” Patriotismus. Da muss man gar nicht viel zu sagen, eigentlich reicht es, mal wieder die Titanic zu zitieren: “Autoflaggen machen Aids, Krebs, häßlich und blöd”.

Schade nur, dass innerdeutsche Konflikte beim ganzen Fahnenschwenken vergessen werden. Das kann nicht angehen, finden wir, und deswegen leistet Phase-5 einen aktiven Beitrag dazu, die Feindschaft zwischen Braunschweig und Hannover nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Ich weiß nicht, woher dieses Foto stammt, aber es ist großartig. Angeblich steht der Stein auf dem Stöckener Friedhof, aber auch das ist vielleicht eher eine urbane Legende…

Geschrieben am 12. Juni 2008 von Tadaa - 3 Kommentare


Was hängt an der Wand, hat den Hintern verbrannt….

Ein Rätsel: Was ist das? (Unflätiges, phallusartiges Ding) Und wo kommt es her?

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Geschrieben am 05. Juni 2008 von Tadaa - 9 Kommentare


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