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Fantasy für Kids

Als ich zu pubertieren begann, habe ich phantastische Literatur verschlungen. Heute ist meine Nichte in diesem Alter, auch sie hängt glücklicherweise nicht nur vor der Playstation, sondern frisst sich durch Bücher. Auf diese Weise kommt ein innerfamiliärer schöngeistiger Austausch zustande, was ja erstmal ganz nett ist.

Wenn man aber mal in eine - oder mehrere - Buchhandlungen guckt, was so an Fantasy für Jugendliche geboten wird, kann man nur feststellen: Der Markt ist hochgradig konzentriert.

Da gibt’s den unvermeidlichen Harry Potter (mehrbändige Geschichten über einen jugendlichen Zauberlehrling), den postmodernen Artemis Fowl (mehrbändige Geschichten über einen jugendlichen Meisterdieb), die Tintenwelt-Romane von Cornelia Funke (Trilogie über ein junges Mädchen und die Liebe zum Lesen), “Bis(s) zum Morgengrauen” etc. (Trilogie über ein junges Mädchen, dass sich in einen Vampir verliebt), und Der Goldene Kompass etc. (Trilogie über ein junges Mädchen und die Unterdrückung durch die Kirche). Daneben finden sich in den Regalen noch zwei- bis drei andere mehrbändige Geschichten über jugendliche Identitätsfiguren, die irgendwas tun.

Nicht wirklich die Sorte phantastischer Literatur, die ich in meinen Jugendjahren gelesen habe (ich war ziemlich wahllos, zum Bekümmern meiner Eltern, die der amerikanischen Trivialliteratur doch recht skeptisch gegenüberstanden). Jene Barbarengeschichten fristen nun wohl in Romantauschbörsen ein Schattendasein. Aber ich habe eine Geschäftsidee: Ich werde eine Fantasy-Reihe für Jugendliche schreiben. Ich habe schon ein paar Einfälle: Ein kleiner Junge, nein, besser eine Art Zwerg oder Halbling,the one ring findet ein Schmuckstück, von dem erst später offenbart wird, dass es sich um das mächtigste Artefakt des Bösen handelt. Darum entbrennt ein Krieg. Hm. Ganz gut.

Oder vielleicht ein paar Raumschiffe einbauen? Sowas wie: Ein junger Mann, eigentlich Farmer, schließt sich der intergalaktischen Rebellion gegen das böse Reich an. Erst später wird deutlich, in welcher engen Beziehung er eigentlich zu dem Oberschurken steht - dem verpassen wir am besten eine schwarze Uniform oder Maske…

Ich höre schon das Geld zahlloser Eltern, Großeltern, Tanten und Onkels in den Kassen klimpern. Und die Filmrechte gebe ich auch nicht so leichtfertig her.

the one ring von Katie Tegtmeyer unter creative-commons

Geschrieben am 11. Juli 2008 von J.K. Simpson, abgelegt in Aus dem Leben