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Die zukünftige Führungselite

Gleich werde ich meinen letzten Arbeitstag in der Bibliothek antreten. Meinen potenziellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern möchte ich ein paar Hinweise mit auf den Weg geben. Menschen, die Jura studieren, scheinen nämlich weitgehend Asis zu sein, denn sie gehen mit ihren Büchern sehr eigenartig um. Mit Vorliebe auf eine der folgenden Arten und Weisen:

1. Einzelne Bücher werden in die Zeitschriftenregale anderer Fachbereiche geschoben

2. Sie nehmen gleich einen ganzen Meter Bücher und stellen ihn irgendwo unten ins Regal, wo es nicht so auf fällt.

3. Sie tragen die Bücher auf andere Etagen und stellen sie da unauffällig mit ins Regal.

4. Sie schieben sie zwischen die Reihen von zwei Rücken an Rücken gestellten Regalen.

5. Wenn sie sie nicht mehr brauchen, schieben sie alle auf dem Fußboden des Arbeitsraumes in die Ecke

6. Sie reißen relevante Seiten einfach raus.

7. Wenn sie die Bücher nicht mehr brauchen, stellen sie sie nicht zurück sondern werfen sie irgendwo hin.

Das sind die gebräuchlichsten Methoden, es gibt noch mehr. Es soll z.B. in Hamburg einen Fall gegeben haben, in denen die Studierenden die wichtigen Stellen in den Kommentaren stumpf geschwärzt haben.

Ich frage mich, warum? Sind sie zu blöd, das Signatursystem aus Zahlen und Buchstaben zu verstehen? Oder zu faul? Oder einfach zu egoistisch und asozial? Haben sie Langeweile und spielen “Bücher verstecken” mit ihren Kommilitonen? Ich weiß es nicht. Vielleicht können sich hier ja betroffene zu Wort melden und Erklärungen beisteuern. Ich jedenfalls bedauere, dass ich nie Gelegenheit hatte, einem oder einer von ihnen auf frischer Tat ertappt den Hals umzudrehen. Aber ein Hoch! auf unsere zukünftige Führungselite…

Geschrieben am 27. Mai 2008 von Tadaa, abgelegt in Aus dem Leben, Pöbelecke - Reaktionen auf Rivva