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Snooze das Raum-Zeit-Kontinuum

Seit ein paar Tagen benutze ich wieder exzessiver die Snooze-Taste meines Handyweckers, was sicherlich mit dem Herbstanfang zu tun hat. Das hat sich so hochgeschaukelt. Eben hatte ich innerhalb einer Sooze-Einheit, die bei mir die bequeme Länge von 5 Minuten hat, eine Erkenntnis, die mich dann (naja, eine Weile später…) aus dem Bett getrieben hat:

Fünf Minuten, die man im Halbschlaf in der Horizontalen verbringt, sind wesentlich kürzer als fünf Wachminuten… also zum Beispiel an der Supermarktkasse, oder wenn man einem unangenehmen Zeitgenossen zuhören muss. Was aber hat das für Auswirkungen? Könnte man sich etwa in die Zeit vorsnoozen - da eine Snoozeeinheit ja kaum länger dauert, als sich einmal im Bett umzudrehen… Während andere schon in der U-Bahn zur Arbeit fahren, beim Bäcker stehen, die Kinder zum Kindergarten bringen oder nach einem One-Night-Stand die Flucht ergreifen, reist man nach vorne in die Zeit. Man könnte sich zunächst ein wenig ehrgeiziges Ziel setzen, wie etwa die amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Nur 5.760 mal Snoozen - und man kennt das Ergebnis. Später kann man sich dann ähnlich H.G. Wells’ Schläfer 200 Jahre in die Zukunft Snoozen und durch Aktienanlagen zum reichsten Menschen der Welt werden. Alles im Halbschlaf.

Vielleicht ist es auch so, dass bei jedem Druck auf die Snoozetaste ein neues Parallel-Universum kreiiert wird, in dem jksimpson putzmunter und ausgeruht aus dem Bett steigt. Was soviel bedeutet, dass ich in einem anderen Universum wiederum noch im Bett liege.

Mist.

Geschrieben am 16. Oktober 2008 von J.K. Simpson, abgelegt in Am Rande der Philosophie - Reaktionen auf Rivva