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Pokern ist kein Gesellschaftsspiel

poker

Am Wochenende bin ich in die seltene Verlegenheit gekommen ein paar Runden Poker mit Freunden zu spielen. Dabei ist mir aufgefallen, dass man im Gegensatz zum Skat, einer gepflegten Runde Doppelkopf oder einem ausgelassenen Mau Mau-Spiel, beim Pokern eigentlich gar keine Gelegenheit hat, mit seinen Mitspielern zu quatschen, Bier zu trinken und einen lustigen Abend zu haben.

Denn Poker mag Außenstehenden zwar recht banal vorkommen, ist aber eine komplizierte Sache. Die Kunst besteht nämlich darin, ein konsistentes Spiel über viele Runden aufzubauen, abzuwarten und blitzschnell loszuschlagen, wenn sich eine Gelegenheit bietet. Dafür muss man, mit seiner Schirmmütze tief im Gesicht, den ganzen Abend hinter seiner Sonnenbrille am Tisch sitzen und jede Gefühlsregung unterdrücken.

So etwas ist aber kaum möglich, wenn man ausgelassen mit Menschen an einem Tisch sitzt, mit denen man sich noch etwas zu erzählen hat. Deswegen sind solche Pokerrunden zwar ganz witzig, aber eigentlich keine richtigen Pokerrunden. Andererseits würde ich auch nicht drei Stunden ohne ein Wort zu sagen mit Freunden am Tisch sitzen wollen und einfach nur Karten dreschen.

Übrigens möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich zwar den Abend über nicht wirklich geglänzt habe, aber wenigstens eine Runde für mich entscheiden konnte und einen gewissen Herrn Patrick “Bares” B. kräftig abgezogen habe. Abso-fuckin’-lutely!

(Bild: IMG_6967 von rosswebsdale unter CC-Lizenz)

Geschrieben am 04. August 2008 von Herschel, abgelegt in Am Rande der Philosophie, Aus dem Leben - Reaktionen auf Rivva